Warum schreit mein Baby?

Ein weinendes Baby berührt nicht nur die Eltern, sondern auch die Mitmenschen. Es ist fast nicht auszuhalten, wenn ein Neugeborenes schreit. Sofort reagiert unser Körper, wir beginnen zu schwitzen, werden nervös, wenn es sich einfach nicht beruhigen will. Wir (Eltern) gehen unsere Checkliste durch, bis wir nach gefühlten Stunden herausgefunden haben, was unserem Liebsten fehlt: z. B. volle Windeln. Und mein Gedanke dann: Das hätte auch Papi erledigen können.


Dein Baby möchte sich mitteilen

Ist man mit dem Baby draussen unterwegs, begegnet man ab und zu Leuten, die es bestimmt nur gut meinen. Vor allem wenn das Baby weint. Dann kommen gut gemeinte Ratschläge. Ich habe dazu eine Hitparade erstellt. Sorry, aber ich konnte es einfach nicht lassen. Zur Erinnerung: Ich habe drei Kinder, meine jüngste Tochter ist 4 Monate alt. Ich schreibe quasi aus Erfahrung.

  1. Hat das Baby schon wieder Hunger?? Es wurde doch gerade erst gefüttert/gestillt?!

  2. Gib ihm doch etwas Wasser/Tee, es hat sicher Durst bei dieser Hitze. (NB: Es wird gestillt.)

  3. Lass es ruhig etwas schreien, dann verwöhnst du es nicht.

  4. Schreien stärkt die Lungen.

Naja ... die Hitparade der grössten Irrtümer trifft es da wohl eher.


Wer die Dunstan Babysprache kennt, weiss, dass Neugeborene vom ersten Tag an kommunizieren. Wer sich Zeit nimmt, sein Baby beobachtet, ihm zuhört, der merkt, dass Kommunikation über Mimik, Körpersprache und Laute (!) geschieht.


Bevor das Weinen beginnt, sieht oder hört man häufig, welches Bedürfnis das Neugeborene hat. Wenn man den Vor-Schrei-Laut jedoch verpasst, was in der heutigen (stressigen) Zeit schnell passieren kann, dann bleibt dem Baby nur noch das Weinen oder Schreien. Dies ist die letzte Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Und unsere Chance, (endlich) zu reagieren!



Nice to know: Neugeborene handeln noch nicht bewusst, sondern mit Reflexen. Deshalb hilft es niemandem, das Baby einfach schreien zu lassen.


Babys weinen in jedem Land anders

Interessant ist, dass Babys je nach Herkunft anders weinen. Sie passen sich der Prosodie, der Sprachmelodie, an. Tagtäglich hören sie, wie ihre Bezugspersonen sprechen. Das Weinen widerspiegelt dann die Muttersprache.


Weinende Babys klingen unterschiedlich und die Bedürfnislaute sind dann immer schwieriger herauszuhören. Es lohnt sich also, das Baby nah bei sich oder immer in der Nähe zu haben.


Babys produzieren auf der ganzen Welt die gleichen Reflexlaute

Was hingegen völlig anders funktioniert, ist die Äusserung der Reflexlaute. Wenn ein Neugeborenes ein Bedürfnis, beispielsweise Hunger, hat, setzt der Saugreflex ein. Durch die Bewegung mit der Zunge wird der Bedürfnislaut ausgelöst. Es ist ein Reflex, denn Babys zwischen 0 und 12 Wochen können noch keine absichtlichen Handlungen machen. Und weil Reflexe unabhängig der Muttersprache gebildet werden, sind die Dunstanlaute, wie sie ebenfalls genannt werden, international. Somit verstehen wir alle Neugeborenen auf der ganzen Welt. Dunstan Babysprache ist also für alle sehr interessant und es lohnt sich, diese Sprache zu lernen.

Papi hat inzwischen die Windeln gewechselt ... und die Dunstan Babysprache mit mir zusammen gelernt. Was ist jetzt anders? Das Baby meldet sich ... wir brauchen keine Checkliste mehr durchzugehen ... denn wir hören nun anhand der Vor-Schrei-Laute, was uns das Baby sagen möchte. Wenn du aufmerksam gelesen hast, ist dir vielleicht noch ein Unterschied aufgefallen: das Baby schreit nicht mehr, sondern es meldet sich.


Ein Workshop Dunstan Babysprache kann bei mir entweder für zuhause gebucht werden, oder du meldest dich an einen Kurs an. Der Austausch in einer kleinen Runde ist sehr interessant.




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