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10 Gründe, warum ich es liebe, Texte zu korrigieren.

Aktualisiert: 19. März 2023

Seit ein paar Jahren korrigiere oder lektoriere ich Briefe, Bachelor- und Masterarbeiten, Vertiefungsarbeiten sowie Texte für Webseiten. Häufig wurde ich gefragt, warum ich mir das denn antue. Dass ich als ausgebildete Sprachlehrerin ein Flair für Sprache habe, liegt auf der Hand. Korrekturlesen oder Texte schreiben ist jedoch auch in diesem Beruf nicht bei allen beliebt. Warum ich es liebe, Texte zu korrigieren:

1. Interessante Themen

Weisst du, wie viele Studienrichtungen es in der Schweiz gibt? 120! Da ist es nicht verwunderlich, wenn einige interessante Themen in Bachelor- oder Masterarbeiten niedergeschrieben werden.


Von Natur aus bin ich ein neugieriger Mensch. Neues zu lernen hat mir schon immer gefallen. Das lebenslange Lernen kann ich während des Lektorierens quasi umsetzen. Bis jetzt durfte ich schriftliche Arbeiten aus ganz verschiedenen Studienrichtungen korrigieren oder lektorieren, z. B.: Agrarwissenschaft, Logopädie, Naturheilpraktiker, Betriebsökonomie, Physiotherapie, Gesundheitswesen, Sprachlehrerin, etc.


So viele Themen, so viel Neues, einfach spannend.


2. Neues Wissen aneignen

Bei den meisten Korrekturarbeiten nehme ich mir vorgängig Zeit und informiere mich über das entsprechende Thema. Denn wenn ich mittlerweile etwas gelernt habe, dann das: Ich kann keine Bachelor- oder Masterarbeit lektorieren, wenn ich nur Bahnhof verstehe!


Aus diesem Grund informiere ich mich auch mal über Meniskusrisse, den Halo-Effekt oder Heilpflanzen. Erst wenn ich weiss, worüber geschrieben wird, kann ich auf die richtige Verwendung der Begriffe und Ausdrücke achten.


Ich lerne so viel Neues, mein Wissensdurst wird regelmässig gestillt und bei jeder weiteren Korrekturarbeit weiss ich mehr über das Fachgebiet.


3. Detektiv spielen

Es gab schon Situationen, da hinterfragte ich meine Grammatikkenntnisse. Oder ich zweifelte an meinem Wissen über die Rechtreibung und deren Regeln.

Ich stöbere gerne im Heuer, meinem wichtigsten Nachschlagewerk.

Zum Glück gibt es den Duden (online und physisch), den Heuer (mein liebstes Nachschlagewerk) und den Sprachspiegel vom SVDS. Weiss ich nicht mehr weiter oder bin ich unsicher, finde ich in einem dieser Medien garantiert eine Antwort. Ich liebe es, Regeln nachzuschlagen.


Ich könnte stundenlang in diesen Büchern lesen. Mehr dazu in meinem Blogartikel über meine Liebesgeschichte mit der Rechtschreibung.

4. Jagd auf Füllwörter

Meine Favoritenliste der unnötigen Wörter, der sogannten Füllwörter, sieht so aus:


  1. auch

  2. doch

  3. so

  4. nun

  5. eigentlich


Ich gebe es zu: Mein Füllwort war auch. Wie oft musste ich meine Essays durchgehen und 20 Auchs aus dem Text streichen. Oder mit dem Tipp-Ex verschwinden lassen ... was dann ein lustiges Muster ergab. Deshalb kann ich den Hang zum Gebrauch dieser kleinen überflüssigen Wörter absolut verstehen.


Wenn ich heute Füllwörter benutze, sage ich: Ich habe es absichtlich gemacht, das ist mein Stil.


5. Me-Time

Ich geniesse es in Ruhe zu lesen, Korrekturen oder Kommentare anzubringen, zwischendurch ein paar Rechtschreiberegeln nachzuschlagen ... Ja, das ist für mich Me-Time. Bei dieser Arbeit bin ich im Flow.


6. Flow

Was gibt es Schöneres, als etwas zu tun, bei dem man die Zeit total vergisst? Wer kann von sich behaupten, dass ihn/sie sein/ihr Job erfüllt? Falls dies bei dir der Fall ist, schreib doch in die Kommentare, welchen Beruf du ausübst.


7. Helfen beim Schreiben

Während meiner gesamten Schulzeit und auch in meiner Studienzeit gab es etwas, was ich besonders gern machte: Aufsätze schreiben. Und zwar von Hand!

Schreiben mit Stift
Es wird meiner Meinung nach viel zu selten von Hand geschrieben. Dabei wäre es für den Lernprozess viel besser. Und ich persönlich komme richtig ins Schreiben, wenn ich einen Stift in der Hand halte.

In den letzten Jahren durfte ich einigen Kund*innen beim Verbessern ihres schriftlichen Ausdrucks helfen. Mit aufeinander aufbauenden Übungen und interessanten Aufsatzhemen lernten sie kurze Texte, Aufsätze oder sogar längere schriftliche Arbeiten zu schreiben.


Schreibtraining zu unterrichten fasziniert mich sehr und wer weiss, vielleicht wird es einmal ein Kursangebot dazu geben ...


8. Unterstützung

Wenn man eine schriftliche Arbeit verfasst, kommt früher oder später der Zeitpunkt, an dem man keine Motivation mehr hat, nicht mehr weiter kommt oder schlichtweg die ersten Zweifel aufkommen. Dies ist der Moment, wo ich ins Spiel komme. Mein Tipp: Gönn dir eine Pause und lass dir während dieser Zeit den ersten Teil der Arbeit von mir lektorieren. Die Zeit nutzt du sinnvoll, denn du kannst Energie tanken, deine Gedanken sammeln und Platz für neue Ideen schaffen. Sobald du deine Arbeit zurück hast, kannst du dich wieder an die Arbeit machen.


Es freut mich, wenn ich die Kund*innen während einem Schreibprozess unterstützen kann.


9. Wertschätzung

Der erste Eindruck zählt. Auch bei einer schriftlichen Arbeit. Ich höre häufig die Aussage: Warum soll ich mir ein Lektorat für meine Bachelorarbeit leisten? Die liest ja nur der Dozent/die Dozentin, danach interessiert sie niemanden mehr.


Vielleicht ist das so, vielleicht aber auch nicht. Eines ist auf jeden Fall klar: Gibt es auf der ersten Seite oder sogar auf dem Titelblatt Schreibfehler oder Flüchtigkeitsfehler, ist der erste Eindruck bestimmt nicht mehr so blendend. Eine saubere Arbeit, die frisch und strahlend daher kommt, wirkt hingegen viel besser.


Ganz ehrlich: Wenn jemand Stunden, Wochen oder sogar Monate damit verbringt, eine Bachelor- oder Masterarbeit zu schreiben, dann ist sie es doch wert, von einer Drittperson lektoriert zu werden. Diese Wertschätzung haben alle verdient, die diese grosse Arbeit auf sich nehmen.


10. Hobby: lesen

Schon als Kind konnte ich im Bett oder im Liegestuhl stundenlang lesen. In den Ferien verbrachte ich manchmal den ganzen Tag damit. Ich verschlang die verschiedensten Bücher. Krimis, Thriller, Liebesgeschichten ... ich fand immer etwas, was mich interessierte.


So merkte ich bald, dass mein Schreibstil und mein Wortschatz davon beeinflusst wurden, was ich las. In der Sekundarschule hiess es dann nach Abgabe eines Aufsatzes häufig: «Sabrina, was hast du nun schon wieder gelesen? Dieses Wort gibt es nicht!» Natürlich ging dann die Diskussion los, denn ich konnte einfach nicht akzeptieren, dass einige Wörter veraltet oder ungebräulich waren.

Lesebrille auf Buch
Lesen ist seit meiner Kindheit mein Hobby. Mal habe ich mehr Zeit dafür, mal weniger.

Während meiner Lehrzeit und später im Studium merkte ich, dass ich besonders gern literarische Texte las und analysierte. Auf Deutsch und Französisch lernte ich während meines Studiums an der SAL, dass Literatur mit historischen Ereignissen eng zusammenhängt. Dieses Hintergrundwissen über die Gesellschaft der jeweiligen Epochen faszinierte mich sehr. Ich wünschte mir oft, dass ich irgendwann Bücher lektorieren kann.


Diesen Wunsch werde ich nicht aus den Augen verlieren. Deshalb habe ich mich im Jahr 2021 selbstständig gemacht und biete Korrektorate und Lektorate für wissenschaftliche Arbeiten an.

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